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Japanische Whiskys erfreuen sich einer langen Tradition – gehören für europäische Kenner aber noch immer zu den exotischen Vertretern des Genres. Eine kleine Ausnahme mag dabei der Hibiki Harmony aus der Region Suntory in Japan sein. Das hier ansässige Unternehmen Yamazaki gehörte zu den ersten Produzenten japanischer Whiskys und vertrieb diese ab den 1920er Jahren auch in größerem Umfang. Die mittlerweile in Suntory umbenannte Brennerei hat in den vergangenen Jahren verstärkt die Aufmerksamkeit der europäischen und nordamerikanischen Märkte gesucht und ist daher eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Hersteller Sunbeam eingegangen.

Aus dieser Zusammenarbeit ist der Hibiki Japanese Harmony entstanden. Ein Blend, der aus rund zehn verschiedenen Grains und Malts kombiniert wurde. Bereits der erste Eindruck der Flasche lässt den Fachmann in ferne Gefilde eintauchen, das wunderbar gestaltete Etikett und das durchaus aufwendig gestaltete Gefäß sind selbst für hiesige Kenner eine kleine Besonderheit. Die Abfüllung zu 0,7 Litern ist übrigens ein Zugeständnis an den deutschen Markt – in Japan wird der Tropfen eher in geringeren Mengen angeboten. Suntory und Sunbeam ist also ein echter Hingucker gelungen. Doch orientiert sich dieser vornehmlich an japanische oder an europäische Gaumen?

Unser Hibiki Harmony Test

Aufmachung und Design

Bereits der kunstvoll verzierte Karton ist einen Blick wert – er schützt nicht alleine das Gefäß, sondern dürfte selbst im Regal eine gute Figur abgeben. Die Flasche selbst überbietet diesen ersten Eindruck allerdings. Sie ist nicht lediglich rund gestaltet, sondern umfasst insgesamt 24 kreisförmig aneinander gereihte Seiten, jede davon kaum mehr als einen Zentimeter breit. Dieses Design setzt sich auch beim Verschluss fort – der echte Korken wurde mit einem Glasbezug versehen, wodurch die Flasche ein sehr edles Aussehen erhält. Sie liegt zudem optimal in der Hand und wirkt beim Befüllen des Glases ausbalanciert.

Die Feinheiten in der Gestaltung erstrecken sich darüber hinaus auf das Etikett, das nicht simpel aus Papier gefertigt wurde. Vielmehr kamen dabei langfaserige Pflanzen zum Einsatz, durch die das Label nun deutlich robuster erscheint. Selbst grobe Stöße gegen die Flasche dämpft es mühelos ab, Risse oder Knicke treten sogar bei unsachgemäßem Gebrauch kaum einmal auf. Der Einfluss der japanischen Suntory Brennerei auf das Design der Flasche lässt sich kaum leugnen – Gefäße dieser kunstvollen Art tragen meist sehr teure Whiskys in sich. Bei Preisen ab rund 70 Euro aufwärts darf der Hibiki Harmony zumindest nicht mehr als günstig bezeichnet werden. Potenzial zur Wertsteigerung für Sammler besitzt er zudem.

Der Geruch des Hibiki Harmony

Wird die Flasche erstmals geöffnet, umgibt den Genießer sofort ein dezentes Südsee-Flair. Fruchtige und vor allem süße Aromen breiten sich aus. Pfirsiche, Mandarinen, ein wenig Honig treten gemeinsam auf. Geringe Anklänge an Vanille werden deutlich, einige wenige Gewürze beeinflussen den Geruch positiv. Auch Kräuter und Holz können entfernt wahrgenommen werden, zeigen sich aber keinesfalls allzu intensiv oder sogar dominant. Ebenso fällt auf, dass der Hibiki in Sherryfässern gelagert wurde, wodurch er eine Note von süßen Beeren erhält, die an einen warmen Sommertag erinnern. Bemerkenswert fällt auf, dass der Whisky dennoch nicht schwer oder voll im Aroma wirkt.

Etwas negativ bleibt festzustellen, dass stets der leichte Geruch von Alkohol – steril, klinisch – das Gesamtbild trübt. Auch das längere Lüften des Whiskys im Glas ändert daran wenig. Lediglich die Zugabe einiger Tropfen Wasser kann eine Verbesserung bewirken. Gelingt das, präsentiert sich der Hibiki Japanese Harmony sehr weich und seidig in der Nase. Er hat nichts Abstoßendes oder Zurückweisendes, sondern entfaltet einen einladenden und jederzeit überzeugenden Eindruck. Selbst nach mehrmaligem Genuss verliert er kaum an Wirkung, jedes Öffnen der Flasche wird von einer umfangreichen Freisetzung der Aromen begleitet.

Der Geschmack vom Hibiki Harmony

Im Mund spielen zunächst die Beeren ihre Stärke aus. Sehr süß und voll entfaltet sich der Sherrygeschmack, Kirschen und Brombeeren lassen auf der Zunge einen Eindruck von Gelee entstehen. Trockenfrüchte und Rosinen zeigen sich kurz, ehe die Zitrusfrüchte ein wenig die Regie übernehmen. Insbesondere Orangen und Mandarinen berühren den Gaumen und lassen ihn etwas Frisches, Unverbrauchtes, vielleicht auch dezent Saures erkennen. Vordergründig nimmt die Vanille ihren Platz ein, ohne jedoch den Geschmack allzu sehr zu dominieren. Dieser erste Eindruck ist durchaus rund und aromatisch, bereits bei der ersten Verkostung entsteht das Gefühl, der Genießer befinde sich in Japan.

Zu dieser Wahrnehmung gesellt sich indes bald etwas Würziges, durchaus auch Scharfes. Minze, Ingwer, Mandeln betreten nun die Bühne. Allerdings wirkt selbst das nicht negativ. Weiterhin bleibt der Whisky sehr süffig, verliert also nichts von seiner Attraktivität in Nase und Mund. Das mag daran liegen, dass kaum einmal herbe oder sogar bittere Aromen den Gesamtgeschmack beeinflussen – demgegenüber aber die stets präsente Süße nicht störend empfunden wird. Erst spät wird im Abgang die Erinnerung an Holz wahrnehmbar. Wälder am Rande zur Kräuterwiese lassen sich vor dem geistigen Auge sehen, auch eine leicht grasige Note ist vorhanden.

User Hibiki Harmony Fazit

Mit dem Hibiki Japanese Harmony ist in der Kooperation zwischen der japanischen Suntory Brennerei und dem US-amerikanischen Unternehmen Sunbeam ein durchaus gefälliger Blend entstanden. Er zeichnet sich bereits durch das Design der Flasche und seine goldgelbe bis honiggebräunte Färbung auf. Ein erster Eindruck, der sich bei der Verkostung leider nicht ganz bestätigen kann. Zwar lassen sich in Nase und Mund wunderbar aromatische Eindrücke erkennen, die den Whisky zu einem geschmackvollen Begleiter für ruhige Abende und für das Schwelgen in Urlaubserinnerungen werden lassen. Für einen charaktervollen und charismatischen Tropfen fehlt es ihm allerdings an Stärke und Präsenz – ebenso an Ausdauer im Abgang.

Hibiki Japanese Harmony mit Geschenkverpackung Whisky (1 x 0.7 l)
  • Diese Abfüllung ist ein Tribut an den ersten, ursprünglichen Hibiki
  • Aroma: Blumige Noten mit Anklängen japanischer Orange und Sandelholz
  • Geschmack: Fruchtig mit Orangenschalen und einer schmackhaften Honigsüße

Letzte Aktualisierung am 22.08.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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