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Whisky gehört zu den beliebtesten Spirituosen weltweit. Die einen trinken ihn ab und zu, andere wiederrum sind regelrechte Whisky Experten. Es gibt kaum ein Getränk, wo die Geschmacksvielfalt durch unzählige Aromen so groß ist. Für den Einsteiger ist das Angebot nahezu erdrücken und so stehen viele vor dem Regal im Geschäft und wissen nicht, für welche Sorte sie sich entscheiden sollen. Aus diesem Grund haben wir in unserem Whisky Ratgeber die 15 besten Sorten der Welt zusammengestellt. Gleichzeitig erklären wir, welche Eigenschaften die jeweilige Sorte hat. Machen Sie sich bereit für eine Reise durch die Welt des Whiskys.

So unterscheiden sich die verschiedenen Whisky-Sorten

In der allgemeinen Whisky Literatur wird oftmals nur zwischen Whisky (schottische Herkunft) und Whiskey (irische und amerikanische Herkunft) unterschieden. Dies allein reicht natürlich nicht aus, um einem Whisky eine gewisse Klassifikation zuzuordnen. Wir gehen daher deutlich tiefer ins Detail.

London Dry Gin

Scotch:

Ein Scotch darf sich nur Scotch nennen, wenn er in einer schottischen Destillerie aus gemälzter Gerste produziert wurde. Andere Getreidesorten dürfen verwendet werden. Danach muss der Whisky mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern gelagert werden, die nicht größer als 700 Liter sein dürfen. Wasser und geschmacksneutrales Zuckercouleur sind erlaubt als Beigabe. Mehr nicht.

Dry Gin

Amerikanischer Whiskey:

Der amerikanische Whiskey hat in seiner Herstellung hier schon deutlich mehr Spielraum. Hier dürfen Mais, Roggen, Gerste oder Weizen verwendet werden. Die meisten Hersteller verwenden eine Mischung aus allen vier Sorten. Die Lagerung muss mindestens zwei Jahre lang dauern und darf nur in neuen ausgebrannten Fässern aus Weißeiche erfolgen. Die Hersteller lagern in den meisten Fällen jedoch vier Jahre ein.

Distilled Gin

Irish Whiskey:

Der Irish Whiskey ist im Prinzip ein naher Verwandter des Scotch. Lediglich die Trocknung des Malz erfolgt nicht über Torffeuern, wodurch der Whiskey einen milderen Geschmack erhält. Gelagert wird er mindestens drei Jahre in Eichenfässern.

6 der bekanntesten Whisky Sorten aus Schottland

Blended Whisky: 90 bis 92% der schottischen Whiskys sind Blends. Diese werden häufig für Cocktails und andere Drinks verwendet. Dazu gehören beispielsweise Johnnie Walker, Chivas Regal, Ballantine`s, J&B oder Teachers. Diese Hersteller sind gleichzeitig die Stütze der schottischen Whisky-Industrie und verkaufen jedes Jahr viele Millionen Flaschen. Teilweise kann ein Blend (Mischung) aus bis zu 40 verschiedenen Whiskeys bestehen, die aus unterschiedlichen Destillerien stammen. Es gibt einen Master Blender, der die einzelnen Sorten prüft und dann anhand des gewünschten Geschmackprofils zusammenstellt. Damit ein Blend immer gleich schmeckt, müssen alle verwendeten Sorten jederzeit verfügbar sein.

Scotch Whiskys sind für Preise zwischen 7 und 100 Euro, aber auch weit darüber hinaus erhältlich. Ob ein Blend Whisky gut ist, hängt voll und ganz von den verwendeten Single Malts ab.

Blended Malt Whisky: Diese Sorte sollte nicht mit dem Blended Whisky verwechselt werden. Für einen Blended Malt Whisky werden verschiedene Single Malts unterschiedlicher Destillerien miteinander vermischt. Anders als beim Blended Whisky kommen jedoch keine Grain Whiskys hinzu. Im Endeffekt hat der Genießer dann die kombinierten Aromen verschiedener hochwertiger Single Malts im Glas.

Im Alltag spieklt der Blended Malt eine eher kleine Rolle. Die Verfügbarkeit guter Single Malts ist so hoch, dass die meisten Kenner diese bevorzugen.

Single Malt Whisky: Der Single Malt Whisky stammt aus nur einer einzigen Destillerie (single) und darf nur aus gemälzter Gerste (malt) hergestellt werden. Die Lagerung erfolgt in Eichenfässern. Der Master Blender wählt die jeweiligen Fässer anhand diverser Faktoren aus und mischt diese dann in einem großen Tank miteinander. Nur so lässt sich ein einheitlicher Stil erzeugen, an den sich die Fans einer Sorte gewöhnen können.

Wenn Sie einen Single Malt genießen möchten, sollten Sie dies mit einem Nosing Glas tun. Die Verkostung ist für die meisten Kenner besonders spannend, denn die Charakteristik macht den eigentlichen Geschmack und Geruch aus. Das Alter spielt natürlich auch eine Rolle, den Single Malts werden häufig 10 Jahre und länger in Eichenfässern gelagert. Steht auf der Flasche das Alter 12 Jahre, dürfen keine Malts enthalten sein, die jünger sind.

Single Cask Whisky: Der Single Cask Whisky ist im Prinzip nur der kleine Bruder des Single Malts, der jedoch deutlich als deutlich edlere Variante unter Kennern bekannt ist. Hier gehen die Hersteller noch einen Schritt weiter. Die verwendeten Malts stammen nicht nur aus einer einzigen Destillerie, sondern sogar aus einem einzelnen (single) Fass (cask). Durch das Ausbleiben des „Blendings“ haben diese Whiskys keinen einheitlichen Geschmack. Jedes Fass bringt unterschiedliche Aromen mit ins Glas.

Single Grain Whisky: Der Single Grain Whisky ist noch relativ jung. Der bekannteste und gleichzeitig schlechteste seiner Gattung ist der Haig Club von Ex-Fußballer David Beckham. Hierbei handelt es sich um einen Whisky, der aus verschiedenen Getreidesorten hergestellt wird.

Blended Grain Whisky: Der Blended Grain Whisky ist eher ein Exot. Hierbei handelt es sich um einen Blend von Grain Whiskys, die jedoch aus verschiedenen Destillerien stammen. Auf dem Markt gibt es nur sehr wenige Vertreter dieser Gattung.

9 der bekanntesten Whiskey-Sorten aus Amerika

Nicht nur der Scotch Whisky verfügt über eine große Vielfalt. Auch der amerikanische Whiskey hat eine Menge zu bieten und zeigt dies in seinen zahlreichen Varianten. Die meisten Sorten unterscheiden sich in erster Linie nach der Getreiderezeptur, dem Alkoholgehalt und den Jahren der Reifung. Wir stellen Ihnen hier an dieser 9 Whiskey Sorten aus Amerika vor, die Ihnen in im einschlägigen Einzelhandel sehr wahrscheinlich häufiger über den Weg laufen werden.

Bourbon Whisky: Viele die über Bourbon reden, meinen eigentlich Whiskey. Andere die über Whiskey reden, haben ursprünglich einen Bourbon im Kopf gehabt. Kaum eine andere Sorte erzielt in den USA eine so große Reichweite wie der beliebte Bourbon. Dabei wissen viele gar nicht, was ein Bourbon eigentlich ist.

Entgegen der weitläufigen Meinung, ein Bourbon würde zu 100% mit Mais hergestellt, sieht die Realität ganz anders aus. Der Bourbon muss mindestens aus 51% Mais destilliert werden. Der Rest kann beliebig durch andere Getreidesorten aufgestockt werden. Ebenso muss ein echter Bourbon nicht aus Kentucky kommen, sondern kann überall in den USA hergestellt werden. Nach dem eigentlichen Brennvorgang muss der Bourbon mindestens zwei Jahre im Fass bleiben. Hierzu werden neue Fässer verwendet, denn anders als beim Scotch dürfen in den USA die Fässer nicht wiederverwendet werden. Neben den üblichen Supermarktsorten gibt es allerdings auch sehr starke Premium Bourbons die sehr viel Geld kosten können. Die beliebtesten Sorten sind Jim Beam, Maker’s Mark, Evan Williams, Four Roses, Elijah Craig, Wild Turkey, Bulleit Bourbon und etliche weitere.

Rye Whiskey: Whiskey wird in den USA sehr gerne für Cocktails verwendet. Dies ist auch der Grund, warum der Rye Whiskey quasi einen zweiten Frühling erlebt. Sein Aroma ist deutlich markanter als beim Bourbon, weshalb es sich auch in Cocktails sehr viel leichter herausschmecken lässt. Rye Whiskey verfügt über einen 51%igen Roggenanteil. Er reift für 2 Jahre im Fass heran. Die meisten Hersteller geben ihm jedoch 4 Jahre um sein Aroma zu entfalten. Vor der Prohibition war der Rye Whiskey sehr beliebt. Später liefen ihm die milderen Bourbons seinen Rang ab. Heute ist er wieder sehr gefragt.

Corn Whiskey: Der Corn Whiskey wird aus Mais gebrannt. Hier liegt der Anteil bei ca. 80% in der Getreidemischung in der Maische. Er hat also gegenüber den 51% des Bourbons noch einmal deutlich mehr Mais in sich. Er wird genau wie Bourbon mindestens zwei, häufig jedoch vier Jahre gelagert und ist besonders für Freunde des süßlichen Whiskeys eine Empfehlung.

Straight Whiskey: Der Straight Whiskey ist wieder Name schon sagt sehr geradlinig. Er stammt in den USA aus nur einer Destillerie, ist allerdings nicht mit neutralem Alkohol verschnitten. Im Prinzip stellt er eine Überkategorie dar, zu der Bourbons, Tennessee Whiskeys, Rye Whiskeys und Corn Whiskeys gehören. Dadurch kann fast jeder amerikanische Whiskey gleichzeitig ein Straight Whiskey sein.

Small Batch Bourbon: Der Small Batch Bourbon stellt etwas Besonderes dar, denn er wird nicht aus vielen verschiedenen Fässern „geblended“, sondern aus einer feinen und kleinen Auswahl. Der Master Blender legt diese Fässer fest und mischt sie in einem größeren Tank zusammen. Die Größe des Batches, also die Anzahl der verwendeten Fässer ist nicht festgelegt. Gerade die größeren Destillerien dürften wohl doch sehr viele Fässer miteinander vermengen. Das Ergebnis darf trotzdem noch Small Batch Bourbon genannt werden.

Single Barrel Bourbon: Der Single (einzeln) Barrel (Fass) Bourbon ist das Gegenstück zum schottischen Single Cask Whisky. Dieser Whiskey ist aus einem einzigen Fass abgefüllt, welches jedoch ein typisches Bourbon Barrel mit ca. 200 Litern Füllmenge sein muss. Bei der Lagerung verdunstet ein gewisser Prozentsatz oder wird in das Holz eingesogen. Die Ausbeute an Flaschen ist also dementsprechend gering. Jedes Fass bringt einen leicht abweichenden Geschmack hervor, weshalb diese Whiskeys gerade für Kenner besonders reizvoll sind. Auf dem Etikett steht nur die Batchnummer, das Alter und das Fass. Der Geschmack ist dann in einem begrenzten Rahmen jedes Mal eine Überraschung.

Tennessee Whiskey: Haben Sie beim Tennessee Whiskey auch gleich Jack Daniel’s gedacht? Richtig, denn die Destillerie aus Lynchburg hat einiges dafür getan, dass der Begriff sich schnell verbreiten konnte. In den meisten Fällen ist Tennessee Whiskey eigentlich ein Bourbon, wird aber nicht als solcher Ausgegeben. Um sich Tennessee Whiskey nennen zu dürfen, muss der Whiskey auch in Tennessee hergestellt worden sein. Dies ist eine der Voraussetzungen. Eine weitere besagt, dass er zusätzlich nach dem Lincoln County Process destilliert werden muss. Hierbei wird der Whiskey durch eine dicke Schicht aus Holzkohle und Ahornholt gefiltert. Das Destillat wird anschließend in die bekannten Holzfässer gefüllt. Wer also einen Tennessee Whiskey trinkt, genießt eigentlich nur eine Bourbon Variante.

Blended American Whiskey: Bourbon Whiskeys sind in jeder Preislage fast überall verfügbar. Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach Blended American Whiskeys eher gering. Ein Blend muss aus mindestens 20% Straight Whiskey bestehen. Alles andere ist dann Auslegungssache, denn die Vorschriften für diesen Whiskey sind nicht besonders streng. Dementsprechend niedrig ist oftmals auch die Qualität.

Bonded Whiskey – Bottled in Bond: Manche amerikanische Whiskeys tragen den Zusatz „Bonded“. Diese Bonded Whiskeys stammen jeweils aus einer einzigen Destillerie und wurden innerhalb eines eingeschränkten Zeitraums hergestellt. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 50%. Bis zum Verkauf werden sie in einem versiegelten Zollhaus mindestens vier Jahre gelagert. Die Brennereien haben dadurch gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist das ein super Marketinginstrument und zum anderen werden diese Whiskeys erst dann versteuert, wenn sie ausgeliefert werden.

Den einen Whisky oder Whiskey gibt es nicht

Sie haben nun einen guten Überblick über die verschiedenen Whiskysorten aus Schottland und Amerika bekommen. Den einen Whiskey werden Sie wohl kaum finden, denn die meisten Kenner bedienen sich am Besten aus allen Bereichen. Gehen Sie einfach mit offenen Augen durch die Welt und probieren Sie was das Zeug hält. So werden Sie im Laufe der Zeit eine kleine aber feine Auswahl an unterschiedlichen Whiskys finden, die Ihnen ganz besonders gut schmecken.