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Einer der bekanntesten und besten Gins aus Deutschland

Nur wenige Kenner werden im Rheinland eine Gin-Region vermuten. Doch weit gefehlt: Mit dem Siegfried Rheinland Dry Gin ehrt die Stadt Bonn einer ihrer Helden. So verkündet die Nibelungensage, dass im Rheinland einst ein schrecklicher Drache lebte, der die dort wohnenden Bürger tyrannisierte. Siegfried war es, der mutig in den Kampf mit dem Ungeheuer zog, dieses besiegte und letztlich in seinem Blut badete – wodurch sein Körper unverwundbar werden sollte. Wäre da nicht ein einzelnes Lindenblatt gewesen, das dem Kämpfer auf die Schulter fiel und dort eine Stählung mit dem Blut verhinderte. Siegfrieds Wunsch nach Unsterblichkeit blieb daher unerfüllt, ein Lanzenhieb in eben jene Schulter brachte ihn zu Fall.

Was das alles mit einem hochwertigen Gin zu tun haben soll? In Zusammenarbeit zwischen den Rheinland Destillers und der Eifel Destillerie ist ein Tropfen entstanden, der sich die Kraft regionaler Pflanzen zunutze macht – und der dabei auch auf die heilende Wirkung sowie den bekömmlichen Geschmack der Linde setzt. Jenes Baumes also, der Siegfrieds Allmacht durch ein kleines Blatt im Wege stand. Daneben kommen Gewürze aus fernen Ländern zur Anwendung und lassen einen Gin entstehen, der mit zahlreichen Preisen prämiert wurde. Der hochwertige Geist hat sich bereits rund um den Globus einen Namen erworben. Grund genug, ihn zu testen.

Unser Eindrücke vom Siegfried Gin:

Schon die Flasche erinnert an eine kleine Zeitreise. Zwar nicht in jene Epoche, in der Siegfried den Lindwurm besiegte. So aber doch in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der in vergleichbaren Gefäßen medizinische Tinkturen und Arzneimittel aufbewahrt wurden. Lediglich 0,5 Liter des Gins befinden sich in der transparenten Flasche, deren gedrungener und bauchiger Körper durchaus ins Auge fällt. Ein Holzverschluss mit echtem Korken verhindert ein Auslaufen des guten Tropfens, der durch die natürlichen Rohstoffe zudem ein wenig atmen kann – ein Vorteil, der hochwertigen alkoholischen Getränken stets gegönnt werden sollte.
 
Markant ist zudem das Emblem, auf dem sich ein blauer und blattloser Baum wie Blutadern ausdehnt. Vermutlich soll es sich hierbei um eine Linde handeln – beraubt um jenes Laubwerk, das Siegfried zum Nachteil gereichte. Dreizeilig und mit roter Schrift befindet sich darauf der Namenszug des Helden aus der Nibelungensage. Es darf unterstellt werden, dass die Färbung der Buchstaben durchaus an das Drachenblut erinnern soll. Das Emblem prägt sich in das Gedächtnis des Betrachters ein, wirkt interessant und attraktiv, bereitet zudem Lust, den Siegfried Gin einmal zu verkosten. Dass den Herstellern auch für das Design der Flasche manche Auszeichnung zuerkannt wurde, sei da nur am Rande erwähnt.
Bereits beim ersten Öffnen kann der Siegfried Rheinland Dry Gin überzeugen. Innerhalb weniger Sekunden entfaltet sich ein Aroma, das ganze Kräuterwiesen zu umfassen scheint. Prägnant wirkt zunächst eine etwas saure Note, die an Zitrusfrüchte erinnert, die tatsächlich aber der Pomeranze geschuldet ist. Positiv fällt bei dieser ersten Explosion der Gerüche ins Gewicht, dass sich kaum ein echtes Alkoholaroma erkennen lässt. Leiden viele Gins darunter, von einer leicht klinischen und sterilen Aura umgeben zu sein, so wirkt dieses Getränk sehr harmonisch, ausbalanciert, fruchtig und vor allem würzig. Ein wenig schwierig ist es, in dieser Melange die einzelnen Bestandteile zu bestimmen.
 
Nach und nach kommt dann aber doch Schwung in die Angelegenheit. Insbesondere leicht pfeffrige Noten geben die Richtung vor, Wacholder und eine zurückhaltende Minze folgen. Kardamom und Thymian begleiten das Trio. Liebliche, wenn nicht gar süße Aromen stellen sich ein: Blumenwiesen, vielleicht sogar Lavendel, getrocknete Blüten. Abermals drängen sich die Erinnerungen an Zitrusfrüchte und wärmere Gefilde in den Vordergrund. Der Geruch erinnert weniger an die Rheinregion, sondern weist Anklänge an das warme Frankreich oder sogar die Südsee auf. Insgesamt 19 Kräuter sollen in dem Gin enthalten sein – sie alle werden zu einem einzigartigen Aroma vereint.
Was der Siegfried Gin in seinem Geruch angedeutet hat, setzt sich im Geschmack kaum fort. Hier stellt sich vielmehr eine Mischung aus floralen, erdigen und scharfen Empfindungen ein. Schnell wird es kribbelig auf der Zunge, ein leichtes Spannen lässt sich nicht leugnen. Ingwer, scharfer Knoblauch, wenig gewässerte Zwiebeln scheinen sich zu entfalten. Die erste Schärfe ist prägnant, wird aber nicht als störend oder allzu intensiv wahrgenommen. Auch der Wacholder – Bestandteil eines jeden guten Gins – spielt nun seine Stärken aus, kombiniert sich mit der Schärfe zu einem würzigen Erlebnis, das insbesondere im hinteren Mundraum und am Gaumen zu spüren ist.
 
Im zweiten Schritt treten Blumen und Wurzeln auf. Der Geschmack nimmt eine erdige Note an, ganz entfernt kann an das Sammeln von Pilzen auf feuchtem Waldboden gedacht werden. Dann wieder befindet sich der Genießer gedanklich in der französischen Provence, wo er von violettblauem Lavendel umgeben ist, während nur wenige Meter entfernt von ihm eine Zitrone aufgeschnitten wird. Erst langsam entfalten sich darüber hinaus die Kräuter, die vor allem den Abgang maßgeblich bestimmen. Beinahe scheint es, als würde hier kein Gin getrunken – zu stark ist die Erinnerung an einen milden Kräuterlikör ohne Süße. Über Minuten hinweg hält sich eine leichte Schärfe in Mund und Rachen.

Unser zum Siegfried Gin:

Mit dem Siegfried Rheinland Dry Gin ist der Kooperation zweier deutscher Destillerien ein hochwertiges Produkt gelungen. Dabei wurde ein Tropfen entwickelt, der seinem Namensgeber Siegfried vor allem durch eine leicht süße Note gerecht wird – wer bereits einmal frische Blätter der Linde oder ihren Saft verkostet hat, kann genau diesen Geschmack erneut in dem Gin entdecken. 18 zusätzliche Kräuter befinden sich in dem Getränk, das nicht nur lecker, sondern auch gesund sein dürfte.

Bei Preisen zwischen 30 und 35 Euro je 0,5 Liter muss der Siegfried Gin zudem als günstig bezeichnet werden. Da er geschmacklich sowie im Design überzeugt und schon zahlreiche Prämierungen auf sich vereinen konnte, sollten Sammler darin sogar ein interessantes Objekt für künftige Wertzuwächse finden. Insbesondere die ersten Abfüllungen aus dem Jahre 2015 lassen sich heute nur noch selten derart preiswert erwerben. Wer künftig also die Nibelungensage noch einmal lesen möchte, kann das Erlebnis gerne mit einem guten Glas dieses Gins verbinden.

Letzte Aktualisierung am 18.06.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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